Bau- und Umweltausschuss 24.10.2020

Mit einer Begehung des guten alten Hallenbads an der Ivo Zeiger Grundschule in Mömbris begann die Sitzung des etwas ungewöhnlichen Bau- und Umweltausschusses am Samstag, den 24.10. Grund hierfür war die Petition über die Sanierung des Bades, bei der sich sehr viele Bürger*innen des Marktes stark gemacht haben. Die Bilder sprechen im Grunde genommen für sich – das Dach ist marode, an diversen Stellen kann Feuchtigkeit eintreten. Moosartiger Bewuchs und Farne bilden sich auf den Fliesen. Die Stahlträger, die in der Fassade verbaut wurden, sind stark oxidiert das Material dehnt sich und entsprechend geht der Beton kaputt. Die vorgesetzten Waschbetonplatten sind absturzgefährdet. Die Verwaltung wurde nun zunächst damit beauftragt Unterhaltungskosten anderer Bäder zu recherchieren und eine eventuelle Zusammenarbeit mit umliegenden Gemeinden zu eruieren. Da wir ohnehin schon vor Ort waren, haben wir kurzerhand noch den Bauteil 3 der Schule besichtigt, da hier von diversen Bürger*innen berichtet wurde, dass die Kinder ungern die Toilettenanlagen benutzen. Sicherlich gibt es weitaus schönere Toiletten, dennoch sind sie sauber und in absolut benutzbarem Zustand. Vielleicht kann man hier mit ein wenig Kreativität Abhilfe schaffen. Wieder vor Ort diskutierten wir noch weiter über das Schwimmbad. Neben oben genannten Beauftragungen an die Verwaltung, wurde ebenso empfohlen eine bessere Absperrung des Gebäudes vorzunehmen, damit keine Gefahren entstehen können.
Nachdem die zu behandelnden Bauanträge durch waren, beschäftigten wir uns mit TOP 4, dem Antrag der CSU auf Aufstellung und Umsetzung eines überarbeiteten und erweiterten Bebauungsplanes Gewerbegebiet „Strüt“ und dem Ausbau der vorhanden Gewerbeflächen der Marktgemeinde. Schnell wurde klar, dass vorhanden Gewerbegebiete an ihre Grenzen stoßen. Zum Teil gibt es allerdings noch freie Grundstücke, die unbebaut sind. Im nächsten Jahr endet hier bei den meisten Flächen der neueren Gewerbeeinheiten die Bebauungsfrist, sodass hier etwas passieren muss. Entweder kann die Gemeinde also Grundstücke zurückkaufen, oder sie werden bebaut. Auf unsere Nachfrage hin, wie denn die Notwendigkeit überhaupt zustande käme, ein weiteres Gewerbegebiet zu erschließen, wurde uns mitgeteilt, dass tatsächlich wöchentlich Anfragen im größeren Stile an die Verwaltung herangetragen würden. Es ist eine wirkliche Zwickmühle, in der wir uns befinden. Zum einen sind wir definitiv gegen die Versiegelung von Flächen. Zum anderen verstehen wir auch, dass Betriebe aus der Marktgemeinde Mömbris eine Chance benötigen zu wachsen und sich zu entwickeln. Sonst gehen sie fort, nehmen Arbeitsplätze mit und ziehen eventuell selbst andere Wohnorte in Betracht. Und dennoch müssen wir sehr vorsichtig mit Versiegelungsmaßnahmen umgehen. In wie weit das Gewerbegebiet tatsächlich realisiert werden kann, ist im Übrigen noch nicht so ganz klar.
TOP 5 beinhaltete nun die Dorferneuerung in Hemsbach, zu der es eine Bürger*innenumfrage gab. Hier wurden der Verwaltung einige tolle Vorschläge vorgelegt, da wurde richtig Hirnschmalz investiert, Entwürfe gezeichnet und Pläne geschmiedet. Nun wurde ein Planungsbüro beauftragt, all die Ideen der Bürger*innen zu sichten und das Beste aus allem heraus zu holen, sodass ein für das Grundstück geeigneter Entwurf entstehen kann. Im nächsten Punkt ging es um die so genannte Potenzialfläche in Schimborn. Sprich, der Bereich der ehemaligen Gaststätte Muck und der umliegenden Freifläche. Hier ist also die Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses geplant. Das Ganze soll zusammen mit der Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises (WLA) stattfinden. Die Marktgemeinde würde als Einlage den Wert des Grundstücks einbringen und somit Gesellschafterin der WLA werden. Die geplanten Sozialwohnungen werden durch die WLA vermietet. Die Gewerbefläche wurde als mögliche Bäckerei angemacht und kann vom Markt Mömbris selbst verpachtet werden. Die Beschlussempfehlung des Ausschusses ist diesen Plan so zu verfolgen. Abschließend muss noch der vollständige Gemeinderat darüber entscheiden.
Zuletzt wurde noch über die erfolgreiche Inbetriebnahme einer weiteren E-Bike-Ladestation direkt auf dem Marktplatz in Mömbris berichtet. Auf die Hinweise von Radfahrer*innen, dass bei anderen Stationen eine Befestigungsmöglichkeit für das zu ladende Rad fehle, wurde eingegangen und es gibt zwei ordentliche Radständer direkt neben der Station. Das Ladekabel kann man im Übrigen in der ansässigen Eisdiele ausleihen.
Die nächste Sitzung des Bau- und Umweltausschusses findet am 10.11. wieder statt. Bis dahin, bleibt gesund!

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